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Hardware-Wallet Review: KeepKey

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KeepKey

Stellt man in den einschlägigen Internetforen, Subreddits und Facebookgruppen die Frage nach einer Empfehlung für ein Hardware-Wallet um seine Kryptowährungen aufzubewahren, so stößt man, im Gegensatz zu Ledger und TREZOR nur sehr selten auf den Namen „KeepKey“. Die als Tochterunternehmen der schweizer Shapeshift AG (bekannt durch ihre Tauschplattform für Kryptowährungen) agierende Firma KeepKey bewirbt ihr gleichnamiges Hardware-Wallet auf ihrer Internetseite als „das einfache Hardware Wallet für Kryptowährungen. Ob das KeepKey tatsächlich in puncto „einfache Handhabung“ der Konkurrenz voraus ist und woran es trotzdem liegen könnte, dass Ledger und TREZOR eine Nasenlänge voraus sind möchte euch „CryptoTicker“ im folgenden Review näher bringen.

Wallet_Keepkey

PRODUKTDATEN

Hersteller: Shapeshift AG/KeepKey

Unterstützte Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Dogecoin, Dash, Bitcoin Gold und einige ausgewählte ERC-20 tokens

Unterstützte Plattformen: Windows, Android, Linux, Mac

Kompatibilität: Electrum, Mycelium, ShapeShift, MultiBit

Schnittstellen: micro-USB

Bildschirm: 3.12″ OLED Display

Lieferumfang: KeepKey Wallet, USB Kabel, Recovery Zettel, Garantie-Karte

Eingabemöglichkeiten: Physische Taste

Open Source: Ja

FIDO U2F Authentifikator: Nein

Gewicht: 54

Maße: 38x94x12mm

Preis: 129$

Unpacking und erster Eindruck

Dass beim KeepKey großen Wert auf  (schlichtes) Design gesetzt wird, merkt man bereits beim ersten Anblick des Verpackungskartons. Ganz in schwarz gehalten, glänzt von der unteren linken Ecke, ebenfalls in schwarz der Logo-Schriftzug „keep key“. Verschlossen ist das ganze mit einem Siegel, welches die Integrität des Wallets bestätigen soll, auch wenn dies natürlich keine 100%ige Sicherheit garantiert, dass das System nicht manipuliert ist.

Verpackung_keepkey
Die Verpackung des KeepKey-Wallets. Unten links glänzt das Logo.

Nach dem Öffnen der (magnetisch verschlossenen) Verpackung, bemerkt man sofort, dass der schwarze Karton wohl mehr oder minder ein Spiegelbild des eigentlichen Hardware-Wallets darstellen soll, da dieses ebenfalls komplett in schwarz gehalten wurde und lediglich der „keep key“-Schriftzug auf der linken Seite glänzt. Auf die Innenseite des Deckels ist die URL „www.keepkey.com/get-started in silberner Schrift aufgedruckt, unter der man mit der Einrichtung des KeepKey beginnen kann.

klappeoffen_KeepKey
Die Innenseite des Kartons ist mit der „Get-started“-URL bedruckt.

 

Beim ersten in die Hand nehmen fühlt man alsbald die Wertigkeit des Keepkey, und das obwohl es zunächst komplett in Folie eingepackt ist. Mit nur 54 Gramm Gewicht,  ist das Gerät auch wesentlich leichter als es aussieht. Insgesamt macht es einen guten ersten Eindruck und auch das Design mit dem unsichtbaren Display ist sehr ansprechend und gefällt mir persönlich sehr gut. Zum Lieferumfang gehören neben dem eigentlichen Wallet noch ein micro-USB Kabel, ein Recovery-Seed Zettel und eine Garantie-Karte.

lieferumfang_keepkey
Lieferumfang

Das Wallet

Solange das KeepKey nicht in Betrieb ist, ist das Display, welches sich auf der Vorderseite befindet unsichtbar. Während die Vorderseite aus Kunststoff ist, begeistert die Rückseite mit einem eloxierten Aluminiumgehäuse. Auf der Rückseite ist, wie bereits erwähnt, auf der linken Seite das Firmenlogo eingraviert. An der Unterseite des Wallets befindet sich linkerseits ein micro-USB anschluss, mit dem das Gerät an den Computer angeschlossen wird. Auf der rechten oberen Seite, sitzt eine physische Taste, mit der das Wallet bedient wird. Druckpunkt und allgemeine Verarbeitung der Taste sind ebenfalls sehr gut.

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Vorderseite mit Display
keepkey_rück
Rückseite mit Logo

 

 

 

 

 

Die erste Einrichtung

Um das Wallet einzurichten öffnet man zunächst den Browser und gibt die URL, welche auf die Innenseite des Kartons gedruckt ist ein. Dort zu finden ist eine (englische) Anleitung in insgesamt neun Schritten. Nutzer, welche nicht standardmäßig Google Chrome oder Chromium benutzen, werden zunächst enttäuscht sein, da diese beiden Browser als Voraussetzung für die Einrichtung gelten.

Schritt 1) Herunterladen und Installation der KeepKey Client App aus dem Chrome Webstore.

Über einen Link, welcher auf der Seite zu finden ist, kann man den KeepKey Client in seine Chrome-Apps integrieren.

Chromeapp_keepkey

Schritt 2) Verbindung zwischen Wallet und PC herstellen

Mittels des beiliegenden micro-USB Kabel muss nun das Keepkey-Wallet mit dem PC oder Notebook verbunden werden.

Schritt 3) Starten der KeepKey Client App

Schritt 4) Den Anweisungen auf dem Gerät folgen um die Firmware und den Bootloader upzudaten

Zunächst muss die USB-Verbindung noch einmal getrennt werden um während des anschließenden Verbindevorgangs die Taste gedrückt zu halten um das Firmware-Update zu starten. Tut man dies öffnet sich anschließend ein Fenster auf dem man den Vorgang starten kann.

Fwupdate_keepkey

bootloader

Nachdem man mittels Tastendruck bestätigt hat, dass man den Recovery-Seed hat – falls beim Update etwas schief geht – startet der Vorgang. Natürlich gilt diese Bestätigung bei der Ersteinrichtung noch nicht, da wir ja noch gar keinen Seed erstellt haben. Um das Bootloader-Update zu starten muss das Gerät nun vom Kabel getrennt und dann erneut angeschlossen werden.

Nun startet das Update des Bootloaders, was ca. 5-10 Sekunden dauert. Anschließend wird das Gerät erneut getrennt und während die Taste gedrückt gehalten wird verbunden.

Nun erfolgt analog das Update der Firmware welches ca. 15 bis 20 Sekunden dauert.
Anschließend müssen PC und Gerät erneut getrennt und neu verbunden werden. Auch die KeepKey Client App muss geschlossen und neu gestartet werden.

fw update 2

fw complete

 

Schritt 5) Initialisierung des KeepKey

5 _ intialize

Im fünften Schritt muss das Gerät nun initialisiert und mit einem Label versehen werden. Dieses Label dient lediglich dazu mehrere KeepKeys voneinander zu unterscheiden.

Schritt 6) – 8) Label und PIN setzen

Im Anschluss daran muss man das Gerät aus Sicherheitsgründen mit einer PIN versehen, bevor man anschließend das Backup bzw. den Revovery-Seed erstellt.
Um die PIN sicher zu vergeben, hat sich KeepKey ein besonders raffiniertes System ausgedacht, welches eine sichere Eingabe ermöglichen soll. Auf dem Display des Wallets wird ein zufällig generiertes Tastenfeld eingebledet. Das eigentliche Eingabefeld in der Chrome App bleibt dabei unbeschriftet. Die gewählte PIN gibt man entsprechend der auf dem Display angezeigten Plätze der Ziffern ein. So ist es für Malware nahezu unmöglich herauszufinden, wie die PIN lautet.

choospin2
PIN auf dem Display
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Unbeschriftetes Feld in der App

 

 

 

 

 

 

 

 

Schritt 9) Passphrase generieren

Sobald man eine PIN gewählt und diese bestätigt hat, generiert das Wallet eine 12-Wort-Recovery-Phrase, welche anschließend auf dem Display angezeigt wird. Nachdem man sich diese Worte sorgfältig notiert hat, muss man dies wieder durch gedrückthalten der Taste am Gerät bestätigen.  Im Gegensatz zu anderen Hardware-Wallets lässt das Keepkey nicht die Wahl ob anstelle der 12-Worte lieber einen 24-Wort-Seed benutzen möchte. Und was ein großes Manko und für uns bei CryptoTicker eigentlich ein no-go ist, ist die Tatsache, dass der Recovery-Seed nicht durch erneute Eingabe bestätigt werden muss um sicherzugehen, dass dieser korrekt notiert wurde. Bei nahezu allen anderen Konkurrenzprodukten ist diese Rückversicherung standardmäßig integriert und ist eigentlich auch ein „Must-have“.
Nichtsdestotrotz, ist der Einrichtungsprozess mit der Bestätigung abgeschlossen und das Keepkey kann nun genutzt werden.

Das KeepKey-Wallet im Einsatz

Mit der abgeschlossenen Einrichtung landet man direkt in seiner Bitcoin Wallet. Von hier aus geht’s weiter zum Empfangen und Senden von Kryptowährungen, in diesem Fall eben Bitcoin als Standardwährung. Bei jedem neuen Verbindungsvorgang von PC und Wallet, erfolgt zunächst die Eingabe der PIN mittels der bereits erläuterten Funktionsweise, da man jedoch den PIN erst gerade eben gesetzt hat, ist dies für den Moment nicht nötig.

keepkeywallet

Die Software der Wallet ist wie das äußer der Hardware-Wallet ebenfalls sehr schlicht und einfach gehalten. Für den Anfang stehen lediglich die Funktion „Bitcoin empfangen“ oder „Transaktionen einsehen“ zur Verfügung.

Kryptowährungen empfangen

Um Bitcoin (oder allgemein Kryptowährungen) empfangen zu können, klickt man auf den „Receive Bitcoin“ Button um eine neue Empfangsadresse zu generieren, welche anschließend sowohl auf dem Display, als auch in der Software angezeigt wird. Der dazugehörige QR-Code wird ebenfalls auf dem Wallet-Display angezeigt.

receive_keepkey
Anzeige in der App
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Anzeige auf dem Display der Wallet

 

Wenn die Adressen auf Gerät und PC übereinstimmen, kann man diese im Normalfall bedenkenlos verwenden um die Bitcoin an diese Adresse zu senden. Um die Zeichenfolge nicht etwa abschreiben zu müssen, ist ein Button in die App integriert, welcher die Adresse direkt in den Zwischenspeicher des PCs kopiert. Um z.B. aus Datenschutzgründen, eine neue Adresse zu generieren klickt man auf den rechten Pfeil unterhalb des QR-Codes. Mithilfe der Pfeiltasten <> lässt sich anschließend durch die Adressen navigieren.

Transaktionen einsehen

Um einsehen zu können ob eine Transaktion bereits empfangen oder gesendet wurde, bzw. um deren Status überprüfen zu können, klickt man auf den Button „Transactions“. Hierüber gelangt man in eine Transaktionsübersicht, welche alle vergangenen Transaktionen (sowohl ein- als auch ausgehende) listet.

transactions

Kryptowährungen senden und tauschen

Möchte man (einen Teil) seine(r) vorhandenen Coins versenden, wählt man zunächst den Button „Send/Trade Bitcoin“
send kkey

Das Formular zum versenden der Coins ist leider nur von sehr geringem Funktionsumfang. Jedoch lässt sich immerhin einstellen ob man wenig, mittel oder viele Gebühren zahlen möchte um so die Geschwindigkeit zu beeinflussen. Um alle Coins auf einmal zu verschicken, genügt ein Klick auf den Pfeil nach oben am Ende der „Amount“-Zeile.

Eine besonders tolle Fuktion, die das Keepkey-Wallet einigen anderen Hardware-Wallets voraus hat, ist die Möglichkeit, eine Kryptowährung direkt intern in eine andere zu wechseln. Ermöglicht wird diese Funktion durch die integrierte eigene Tauschplattform „Shapeshift“. Um einen Coin in einen anderen zu tauschen, wählt ihn zunächst aus und als Empfänger wählt man nun jedoch keine Empfangsadresse, sondern den entsprechenden Account aus dem Dropdownmenü aus. Das bedeutet natürlich, dass vorher für beide Währungen bereits ein Account angelegt werden musste.
trade kkey

Nachdem ein Empfängeraccount ausgewählt wurde, klickt man auf „Convert and send“ und bestätigt (wie auch beim Senden an einen externen Empfänger) durch drücken der physischen Taste am Gerät.

Fazit

„Das einfache Hardware-Wallet“ – Das Motto ist hier eindeutig Programm.
Das Keepkey setzt sowohl äußerlich, als auch bei der dazugehörigen Software sehr auf rudimentäres Auftreten. Da die Software Open-Source ist, kann sich jeder der möchte (und kann) selbst von dessen Sicherheit überzeugen. Eure Private-Keys verlassen auch hier, wie bei Hardware-Wallets üblich, niemals das Gerät. Das System mit der PIN-Eingabe, welches das Mitlesen durch Keylogger verhindert, steht der fehlenden Bestätigung des Seeds entgegen. Auch dass beim Falle einer Seed-Wiederherstellung, dieser über die Computertastatur eingegeben wird ist eigentlich ein absolutes „No-go“ in Sachen Sicherheit und Bedarf Nachbesserung. Gerade weil es mit Ledger, TREZOR oder Coolwallet S tolle Alternativen dazu gibt, die ebenfalls im gleichen Preissegment beheimatet sind. Wer sich an diesen Problem jedoch nicht stört, und sich die ShapeShift Integration wünscht, der kann sich seinen Keepkey zum Preis von 129$ direkt auf der Homepage beim Hersteller unter diesem Link kaufen.

Für alle die lieber direkt in € einkaufen:

In Deutschland ist die Supermarktkette REAL offizieller Vertrags-Händler für KeepKey Wallets. Ihr könnt das Gerät zum Preis von knapp 85€ im Onlineshop von REAL ebenfalls bestellen.

 

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About the author

Steve Jones

Steve Jones ist Chefredakteur von Currecny News. Ph.D. in Politikwissenschaft und klassischer Philologie Er ist ein leidenschaftlicher Kommunikator, der Innovationen fördert, sie in einfache Sprachen übersetzt und Visionären hilft, gehört zu werden.

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